WARUM IST DIE KREIDE WEISS?

Diese Frage läßt sich aus der Sicht der modernen Physik recht einfach beantworten: Wendet man, wie der Physiker und Nobelpreisträger Steven Weinberg in Dreams of a Final Theory (Der Traum von der Einheit des Universums, 1995) «die Regeln der Quantenmechanik auf die Atome an, aus denen Kreide besteht, so findet man, daß Calcium- und Kohlenstoffatome bereitwillig zwei beziehungsweise vier Elektronen abgeben, während Sauerstoffatome gern zwei Elektronen aufnehmen. Somit können die drei Atome Sauerstoff in einem Calciumcarbonatmolekül die sechs Elektronen, die ein Atom Calzium und ein Atom Kohlenstoff bereitstellen, aufnehmen; für den Austausch sind gerade genügend Elektronen vorhanden.» Dies bedeutet, weiß Weinberg, daß Kreide deshalb weiß ist, „weil die Moleküle, aus denen sie sich zusammensetzt, nun einmal keinen Zustand haben, der besonders leicht durch Absorption von Photonen, die irgendeiner Farbe des sichtbaren Lichts entsprechen, anzuregen ist."

Ähnlich kompliziert ist die biologische Erklärung, die für Weinfreunde wesentlich ist: Weiß ist Kreide, weil sich in einem Quadratmillimeter vier Millionen Coccolithenskelette befinden.

In einem Kompaktseminar aus der Serie „Fröhliche Wissenschaft jetzt" werden die Teilnehmer umfassend in das Thema „Terroir in der Champagne" eingeführt. Im allgemeinen ist der Champagner kein Terroir-Wein, da eine Cuvée aus verschiedenen Grundweinen. Trotzdem spielt das Terroir - hier vor allem der Kreideboden, in den die Reben häufig hineinwachsen, eine zentrale Rolle für die Besonderheit der Champagne-Weine. Illustriert wird die Bedeutung der Kreide durch eine Degustation diverser Terroir-Champagne.

 

 

 

 

 

 

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