Der Jahrgang 2003 in der Champagne - Ein Res?mee mit Ausblick

Jahrhundertjahrgang 2003 - auch in der Champagne? Keineswegs.

Zu Beginn des Winters war es sehr kalt, der kontinentale Winter hämmerte mit Temperaturen unter Minus 15 Grad Celsius seine ganze Wucht in die Weinberge hinein. Dann, zum Frühlingsanfang, kam es aufgrund der üppigen Sonneneinstrahlung zum frühzeitigen Austrieb - allerdings mit katastrophalen Folgen: Anfang April wurde die Champagne an einigen Tagen mit harten Frühlingsfrösten überzogen; die Temperaturen sackten bis minus zehn Grad Celsius ab. Im Gegensatz dazu der Monat August mit Temperaturen, die noch nie zuvor in der Champagne gemessen wurden: 42 Grad Celsius am 8. August bedeuteten sogar eine Jahrhundert-Rekordhitze. Insgesamt führte dieser heißeste Sommer seit 53 Jahren zu einer frühen Lese: Diese begann am 21 August - der bisherige früheste Erntebeginn datierte auf den 27. August des Jahres 1893.

Kein perfektes Gleichgewicht:

Die Durchschnittstemperatur betrug zwölf Grad Celsius - im Vergleich: Die Durchschnittstemperatur zwischen 1961 und 1991 lag bei 10,4 Grad Celsius. Daher war auch der potentielle Alkoholgehalt der Trauben des Jahrgangs 2003 extrem hoch, es existierte eine Bandbreite von neun Volumenprozent bis sage und schreibe 11,9 Prozent; der Durchschnitt mit 10,6 Volumenprozent ist vergleichbar mit dem Jahrgang 1976. Aufgrund der starken Sonneneinstrahlung war der Säuregehalt der Trauben sehr niedrig: Mit 5,8 Gramm H2SO4 pro Liter lag die Gesamtsäure weit unter dem Durchschnittswert für das Jahrzehnt  - dieser betrug 7,9 Gramm H2SO4 pro Liter. Daher ist das Verhältnis von Zucker zu Säure zu unausgeglichen, was kein günstiger Indikator für einen guten Jahrganschampagner ist. Üblicherweise hoffen die Kellermeister und Winzer auf Säurewerte zwischen sieben und zehn Gramm pro Liter und einem potentiellen Alkoholgehalt der Trauben von 9,2 bis 9,9 Prozent

Dramatische Ernteausfälle:

Durch die Frühlingsfröste bedingt waren die Ernteerträge in der ganze Champagne sehr unterschiedlich: Während in der Region Aisne 10.487 kg Trauben pro Hektar geerntet werden konnten, kam man in der Côte des Blancs nur auf 5.684 kg/ha, im Marnetal auf 6.404 kg, in den Montage des Reims auf 8.305 kg und in der Region um Sézanne sogar nur auch 5.057 kg/ha. Preiserhöhungen vor allem bei Chardonnay dominierten Champagner sind also durchaus vorstellbar.

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