Champagner und die allgemeine Lage - Einige Kommentare

In jedem Land ist der Champagne-Absatz ein entscheidender Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung. Dies war schon immer so, und daher sagt eine detaillerte Analyse der Champagne-Statistik zumeist mehr über die Lage in einem Land aus als so manche pseudosportive TV-Börsen-Palaverei.

Wir befragten einige Champagne-Importeure zur Lage auf dem deutschen Markt:

„Trotz des dramatischen Rückgangs von 17, 3 Prozent auf dem deutschen Gesamtchampagnermarkt konnten wir zweistellig positiv das Jahr abschließen - was die Absatzzahlen betrifft. Dies hat damit zu tun, daß wir eine konsequente Vertriebspolitik fahren, die sich auf den Fachhandel und die Topgastronomie beschränkt und wir mit kompetenten freien Handelsagenturen ausgestattet sind, die mit einer großen Weinkompetenz diesen Markt bearbeiten."
Thomas Hänle von Champagne Ruinart

„Man könnte die Absatzentwicklung parallel zum Aktienmarkt sehen - aber auch da gibt es Perlen. Und der Trend geht hin zu Marken mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis und dies in erster Linie in der Gastronomie und im Fachhandel."
Wilhelm Lahr von Champagne Duval-Leroy

„Der deutschen Markt ist gespalten in Billig-Champagner und Marken-Champagner. Und wir sind inzwischen eine Nation der Discounter und Schnäppchenjäger geworden. Was zur Folge hat, daß viele Qualitätsprodukte aus dem Sortiment genommen werden."
Dr. Karl Heinz Seib von Champagne Drappier

„Der Champagner sprudelt, nur nicht in Deutschland und der Schweiz. Der Deutsche hat derzeit seine Taschen zugenäht, und das Navigationssystem im Auto ist wesentlich wichtiger als gutes Essen und Trinken. Hinzu kommt das Angstsparen. Alle scheinen nur noch am Rabatt interessiert zu sein: Die Tomaten können nicht wäßrig genug sein - wenn sie nur zehn Cent billiger geworden sind."
Franz J. Walkucz von Champagne Jacquart

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