Golf-Shrimps aus Nebraska, Champagne aus Kalifornien?

Der Champagne-Gesamtverband CIVC (Comité Interprofessionel du Vin de Champagne) verschiebt die Fortführung seiner Kampagne zum Schutz der Appellation in den USA auf einen späteren Zeitpunkt. Zu Beginn des Jahres hatte das „Office of Champagne" in den USA in diversen Zeitungen eine Anzeigen-Kampagne gestartet, die die Bedeutung des geographischen Ursprungs des Königs der Weine hervorhob.

Wie allgemein bekannt, ist es in den USA und Kanada inzwischen Mode geworden, beliebige Schauweine mit einem „Champagne" zu etikettieren. Tatsächlich aber bringen die unterschiedlichen Weinbaugebiete der Welt auch entsprechend unterschiedliche Weine hervor. Die Kampagne - die u.a. in „Vanity Fair", „The New Yorker", „New Republic", „Weekly Standard" und im „Economist" geschaltet wurde -, spielte mit absurden Ursprungsorten von bekannten amerikanischen Produkten wie den Äpfel der Sorte „Washington" (etwa aus Nevada?), dem Käse „Monterey Jack" (aus Alaska?) oder den Golf-Shrimps (aus Nebraska?).

Begründet wurde die Verschiebung der Kampagne mit der „sensiblen politischen Situation". Bekanntlich sind derzeit französische Produkte in den USA derart unbeliebt, daß nicht nur Witzbolde prophezeien, amerikanische Winzer würden demnächst freiwillig darauf verzichten, ihre Schaumweine als „Champagne" zu bezeichnen. Auch das Burgund - hier vor allem die Appellation Chablis - wollte sich ursprünglich dieser Kampagne anschließen.

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