Frühjahrsfrost überrascht Champagne

Die Champagne ist das nördlichste Weinanbaugebiet Frankreichs, aber dies hat selbst alte Winzer erschüttert: An fünf Tagen, zwischen dem 7. und 11. April, herrschten in der Champagne Temperaturen von minus sechs Grad Celsius, in der Nacht vom 8. bis 9. April wurden in Chambrecy, einem Cru südöstlich von Reims, sogar minus elf Grad gemessen. Als die markantesten Frostschäden der letzten 70 Jahre bezeichnet das Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne (Champagne-Gesamtverband) diesen Klimaeinbruch, vergleichbar nur mit den Katastrophen der Jahre 1930, 1936, 1951 und 1957. Konnte der erste Frost noch durch eine außergewöhnliche Trockenheit sowohl im Boden als auch in der Luft kompensiert werden, wurden die noch jungen Knospen durch einen erneuten Kälteschock am 10. und 11. April verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit und Schneefällen stark beschädigt. Besonders in Mitleidenschaft wurden die Chardonnay- und Pinot-Noir-Reben gezogen. Erste Schätzungen gehen von einem Verlust von 50 Prozent sämtlicher Champagne-Reben aus. Weitere Schäden sind möglich: Die Winzer wissen, daß die Frostgefahr statistisch gesehen erst Mitte Mai endgültig vorüber ist. Welche Bedeutung diese Frostschäden für die Preisentwicklung haben, ist noch nicht absehbar. Immerhin werden durchschnittlich 1,2 Kilogramm der begehrten Trauben zur Herstellung einer einzigen Flasche Champagner benötigt.

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