Die Champagner Macher I: Anselme Selosse Der Terroirist aus Avize

Anselm eSelosse aus Avize ist einer der wenigen Weinmacher, der schon frühzeitig ein präzises Verständnis über Champagner als Wein, über Prestige und Seltenheit und über die Bedeutung eines Holzfasses für einen außergewöhnlichen Chardonnay hatte. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich im Juni des Jahres 1993 mit Selosse in dessen kleinem Keller in einer Seitenstraße in Avize stand, zwischen 160 kleinen Holzfässern, und wie der Winzer mir, ohne mit der Wimper zu zucken, erklärte, dass seine Weine gerade die alkoholische Gärung, die normalerweise im Oktober beendet ist, abgeschlossen haben. Selosse arbeitet nur mit natürlichen Hefen und verzichtet auch auf jegliche Filtration. Seinerzeit erklärte er mir: „Ich beobachte, erkenne und reguliere." Dann fügte er hinzu: „Als Winzer bin ich nur der Stift, der die Geschichte aufschreibt. Der Weinberg ist die Mutter, der Weinbauer der Vater, und die Weine sind die Kinder", und, sagte im nächsten Atemzug, dass es immer schwierig sei, über die eigenen Kinder zu sprechen, weil man nicht ehrlich sei. „Ich produziere das, was ich selber mag." Als ich seine Kinder mit einem Elektroschock verglich, lächelte er. So beginnt das Kapitel über Anselm ein dem Buch Die Champagner Macher.

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