Klone: Die natürlichste Sache der Welt – Kolumne im neuen FINE

Dass Klonen bei Rebsorten normal ist, bei Säugetieren aber nicht, hängt mit spezifischen genetischen Besonderheiten der Pflanzen zusammen. Deren Vorfahren waren Algen, sie bewegten sich in einem wässrigen Milieu. Der Übergang zum Leben auf dem Festland führte im Verlaufe der Evolution dazu, dass Landpflanzen seit etwa 450 Millionen Jahren sowohl den Boden als auch die Luft für ihren Lebensunterhalt nutzen. Daraus resultiert die Ausdifferenzierung des Pflanzenkörpers in zwei wesentliche, unabdingbar verbundene Merkmale: ein unterirdisches Wurzelsystem sowie ein oberirdisches Sprossachsensystem mit Stängel, Blättern und Blüten. Außerdem müssen Organismen, wollen sie sich auf dem weiten Land ausbreiten, ihre Fortpflanzungssysteme modifizieren: Pollen mit der männlichen Keimzelle sowie Samen, also ein in einer widerstandfähigen Hülle eingeschlossener Embryo, gehören zu den wichtigsten Anpassungen der Pflanzen an das Sexleben auf dem Festland. Der tatsächliche Geschlechtsakt ist die Befruchtung. Freilich, prinzipiell ist sexuelle Fortpflanzung sehr aufwendig, und dies auch bei Pflanzen: Viele vermehren sich daher auch ungeschlechtlich, was zu einer schnellen Verbreitung führt. Und exakt dabei entstehen Klone.

Mehr dazu auf Seite 108 in der aktuellen Ausgabe von Fine - Das Weinmagazin.

Der grundlegende Artikel zum Klonen ist freilich immer noch „The Confusion over Cloning" von R.C. Lewontin, erschienen am 23 Oktober 1997 in The New York Review of Books.

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