Der Trottel von Langenlois. Erklärung in eigener Sache: Winzer und Weingut Rudolf Rabl - Je schlechter der Wein, desto primitiver das Benehmen

ERKLÄRUNG


Donnerstag, 28. November 2012, 11.30 in Langenlois, Niederösterreich, exakter: in einer Seitenstraße der Zwettler Straße. Teile dieser Seitenstraße möchte der Winzer Rudolf Rabl kaufen, und die Stadt Langenlois ist dem nicht abgeneigt. Vermutlich benötigt der Herr Bürgermeister Geld. Auch möchte die Rabl GmbH hier gegen den Willen der meisten Anrainer auf dem Grünland einen 17 Meter hohen Wolkenkratzer als Weinkellerei und Degustationszentrum errichten. Derartiges ist in dieser Form wohl nur in Niederösterreich möglich, und so existieren im Langenloiser Stadtrat hinsichtlich derartiger Geschmacklosigkeiten mehr oder weniger keine Bedenken. Zwar sind Teile der Straße noch nicht verkauft worden, aber schon seit Monaten tut der Winzer mit dem Namen Rudolf Rabl so, als würde sie ihm schon gehören:


• Die Produktion unerträglichen Lärms ist eines der unwiderstehlichen Markenzeichen dieses Weinguts. Dröhnende Kühlaggregate wurden vor einiger Zeit auf die Wiese in Seitenstraßennähe gestellt und erst nach massiven Protesten zurückgezogen. Derzeit werden beim Bau eines Wohnhauses auf der besagten Seitenstraße Preßlufthämmer eingesetzt, die aus 50er-Jahre-Beständen der russischen Armee zu stammen scheinen; seine Zementmischmaschine etwa betreibt Rabl mit Hilfe eines permanent laufenden Traktors, selbst an Feiertagen wird keine Rücksicht genommen, weil, so die Auskunft der örtlichen Polizei, es in dieser Stadt keine Lärmverordnung gibt. Anzeige haben Anrainer trotzdem gestellt.

Zur Tagesordnung gehört auf der Zwettler Straße auch die Produktion von Geruch und Gestank, das Verbrennen von Zementsäcken ist alltägliche Rabl-Praxis. Es ist anzunehmen, daß dieser Langenloiser Winzer vom Kyoto-Abkommen noch nie etwas gehört hat. Anrainer haben trotzdem Anzeige erstattet.

• Winzer Rudolf Rabl prahlt damit, daß er ein Verfechter der Spontangärung sei. Dies hindert ihn freilich nicht daran, in unmittelbarer Nachbarschaft der Anrainer fast 50 Großtanks aufzustellen, und so ist während und nach der Lese der Lärm beim Umpumpen und Säubern der Tanks, auch spät in der Nacht, zum unnachahmlichen Markenzeichen dieser Spontangärung Langenloiser Art geworden ist.

• Auch die bei dem Winzer beschäftigten Arbeiter scheinen zu denken, der Firma Rudolf Rabl gehöre die Straße schon seit langen. Arbeitsmaterialien werden mit drohender Miene transportiert, so wird Fußgängern, die es wagen, diese Seitenstraße doch noch zu betreten, die Unerwünschtheit signalisiert. Außerdem ist es üblich, daß ein von dem Winzer namens Rudolf Rabl eingesetzter sogenannter Vorarbeiter (Name ist bekannt) die Beschäftigten derartig anbrüllt, daß Anrainer seit Monaten in ihrem Tagesablauf belästigt werden.


Wie auch immer, am besagten Donnerstag, 28. November 2012, 11.30, dröhnten Preßlufthämmer und Geschrei derart laut, daß dies noch 200 Meter weiter bei verschlossenen Fenstern sehr gut zu hören war. Zeit für einen Orttermin also: Und die Herrschaften ließen auch nicht lange bitten. Als ich den Chefvorarbeiter freundlich darauf hinwies, daß es etwas hier sehr laut sei, verschwand dieser zwar, aber nur, um kurze Zeit darauf mit dem Star-Weinbauern Rudolf Rabl wieder aufzutauchen. Des Winzers Mann fürs Grobe schrie mich ununterbrochen an: „Was machst du hier, du Trottel." Daraufhin forderte ich den Weinbauern auf: „Bitte sorgen Sie dafür, daß mich Ihre Leute nicht anpöbeln. Noch gehört Ihnen diese Straße nicht." Aber dieser Bauer, der ja von sich behauptet, seine Familie ginge schon seit 1775 auf dieser Straße ein und aus, erklärte, so etwas interessiere ihn nicht und ließ seinen Mann fürs Grobe weiter brüllend gewähren: „Was willst du hier, du Trottel."


Anmerkung: Von dem Langenloiser Star-Bauern Rudolf Rabl als Trottel charakterisiert zu werden, entbehrt nicht eines gewissen Charmes: Bekanntlich bevorzuge ich Weine, die durch Ganztraubenpressung entstehen. Daß Rablsche Knallchargen mich duzen, geht dann doch zu weit.

Für diesen Vorfall gibt es einen Zeugen.

Christian Göldenboog                                                                                                                                             christian@goeldenboog.de

12/2012

siehe auch www.langenloisonline.com sowie einen Artikel im Kurier.

 

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