Welt am Sonntag: Hat Robert M. Parker fundamentale Probleme, die Tanninstruktur eines Weines richtig einzusch?tzen?

Zweifelsohne ja, denn sonst käme der Anwalt aus Baltimore mit dem eher mittelmäßigen Schreibstil und der Vorliebe für Merlot-Marmelade - De gustibus solum est disputandum - wohl kaum auf die glorreiche Idee, satte 22 Mal Bordelaiser Primeur-Weine mit 100 Punkten zu bewerten. Beispiel: Wo andere ein sprödes Edelstahl-Tannin ausmachen und ansonsten eher einen uncharmanten, volumenreich-internationalen Stil schmecken, gibt Parker 98-100 Points und kommentiert fröhlich drauf los: "The 2009 Cos d'Estournel is one of the greatest young wines I have ever tasted ... in the world!" Was sich bei der Parkerschen Einschätzung des Jahrgangs 2003 der Appellation Châteauneuf du Pape abzeichnete - es dominierten grüne Tannine, Parker sprach im Wine Advocate 156 12/2004 von herausragenden Weinen -, setzt sich 2009 in Bordeaux fort: Zwar jubilieren die Châteaus, die Preise werden hochgetrieben, es wird vom besten Jahrgang aller Zeiten gesprochen, aber so gut wie der 2005er ist der neue Jahrgangnicht. Mehr dazu heute im Stilteil der Welt am Sonntag.

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