Wie placiere ich einen Ros? - Maggie Henriquez spricht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Raffinementklare Vorstellungen von Rosé-Krug hat Maggie Henriquez: „Wir placieren unsere Rosé ungern an das Ende eines Diners", erklärt die sympathische Venezuelanerin, früher Direktorin von Chandon in Argentinien, seit neuestem CEO von Champagne Krug. Damit steht Maggie eindeutig gegen den Trend, und das ist auch gut so: Die nervige Tendenz der meisten Champagnerhäuser, ihren Rosé unbedingt zum Dessert zu präsentieren, mit dem er dann meistens gar nicht harmoniert, sollte eigentlich längst out sein. Und überhaupt Rosé: Lange Zeit war Rosé als simpler Damen-Aperitif verschrien, aber die Zeiten ändern sich. Glücklicherweise. Ist die Gesellschaft femininer geworden? Vielleicht! Auch die echten Krugisten provozierten über 100 Jahre lang mit ihrer Abneigung gegen Rosé, und sie hatten ein sehr gutes Argument auf ihrer Seite: Die Krugs stellten einfach keinen Rosé-Champagner her. Erst Ende der siebziger Jahre des letzten Jahrhundert entschlossen sich Henri und Rémi Krug dazu, gegen den Widerstand von Paul Krug II. Der erste Krug-Rosé erblickte dann 1985 das Licht der Öffentlichkeit. Was für eine großartige, seltene Cuvée: Der Grundwein, der für seine Farbe verantwortlich ist, stammt von einem Pinot noir aus Aÿ. Sein Anteil von fünf bis zehn Prozent verleiht diesem Champagner ein schimmerndes Rot und den ausgewogenen Geschmack dunkler Früchte. Farbe und Glück werden so zu zwei Seiten einer Medaille, und wieder werden wir mit einer imposanten Aromenpalette konfrontiert: Kakao, Haselnüsse, Lakritze, Vanille, Mandeln, im Nachhall Assoziation von Curry und ein Hauch von Adstringenz. Die Empfehlung: Entgegen der Unsitte, einen Rosé an das Ende eines Diners zu stellen, will dieser Krug unbedingt den Hauptgang. Wahrscheinlich sogar einen Lammrücken mit Zitronenconfit.

 

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