THE BEST OF THE BEST BLANC DE BLANCS (I): Champagne Pierre Gimonnet et Fils

Cuis, am Eingang der Côte de Blancs, ist der ideale Ausgangspunkt für eine Reise durch die Chardonnay-Champagne. Winzer dominieren diesen kleinen Landstrich zwischen Chouilly und Bergères-lès-Vertus; und da der hundertprozentige Chardonnay-Champagner dank seiner anregenden Frische als perfekter Aperitif gilt, fahren immer häufiger Wein-Touristen auf der Suche nach einem besonderen Champagner die D9 und D10 entlang. Schon vor 15 Jahren galt Champagne Pierre Gimonnet & Fils in Cuis als beste Adresse und daran hat sich bis heute nichts geändert. Eine wichtige Veränderung hat es gegeben: Seit 2005 besitzt man auch einen Hektar in Oger, so daß die Palette an Crus, auf die man bei der Assemblage zurückgreifen kann, noch imposanter wurde: 14 Hektar in Cuis, zwei in Vertus, 5,5 Hektar in Cramant und 5,5 Hektar in Chouilly. Seit 1750 ist die Familie in der Côte de Blancs ansässig, und heute wird der Betrieb von den Brüdern Didier (Foto) und Olivier Gimonnet geführt.

Das unwiderstehliche Markenzeichen von Gimonnet ist die unmittelbare Attacke auf den Gaumen, die sofort Trinkfreudigkeit evoziert: Vor allem der Chardonnay aus Cuis sorgt in der Assemblage für Frische mit eingebundener Säure, und so ist Cuis in allen Cuvées vertreten. Es gibt daher auch keine Flasche mit einem Grand-Cru-Etikett. Ein sehr sympathisches Understatement. Eine gute Wahl für den ersten Flirt mit Gimonnet ist daher auch der Cuis 1er Cru Brut sans année - ein lebhafter Wein, der dank seiner klaren Ansprache ein perfekter Aperitif ist.Und auch die Jahrgangschampagner gehören zum Besten, was die Region herbringt: Der Brut Fleuron 2004, komponiert aus Cramant, Chouilly und Cuis, besticht durch seine Ausgewogenheit und florale Aromen. Eine besondere Empfehlung gilt dem Vieilles Vignes de Chardonnay 2002 - freilich nur in Magnumflaschen erhältlich: Eine Extra-Brut von großer Länge, 16 Prozent der Grundweine entstammen von Weingärten in Cramant, die zwischen 1911 und 1913 gepflanzt wurden.

Gimonnet ist auch Mitglied im Club de Viticulteurs Champenois, ein Zusammenschluß diverser Winzer. Dieser Club ist zum Leidwesen seines Präsidenten Didier Gimonnet nicht so dynamisch, wie er sein könnte, aber was soll es: Jedes Clubmitglied präsentiert eine Prestige-Cuvée in einer speziellen Flasche im Stil des 18. Jahrhunderts, stets ein Jahrgangschampagner, und das Außergewöhnliche am Gimonnet Special Club Millésimé 2000 ist seine Komplexität - Citrus, mentholartige Aromen mit einem Hauch feinstem Honig. Sehr ungewöhnlich für diesen Jahrgang, der unter den sogenannten Kennern nie großen Anklang gefunden hat.

 

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