DAS GREMIUM TAGT IM JANUAR 2005: BLANC DE BLANCS- HOLZ GEGEN STAHL - A. R. LENOBLE, DE MERIC, POMMERY, DE SAINT GALL

„Kluge Liebespärchen trinken nie Chamapgner", behauptete Gustave Flaubert in seinem, und dieses Motto gilt natürlich vor allem für den Blanc de Blancs, einem Champagner nur aus weißen Trauben, der besonders gut als Aperitif paßt. In der Champagne bringt weiße Traube Chardonnay raffinierte und besonders subtile Aromen hervor. Grund genug einmal für das Gremium, zwei im Holzfass ausgebaute Champagner mit zwei im Stahltank vergorenen zu vergleichen. 

 Das Gremium bestehend aus Peter Niepagenkemper, Oliver Donnecker, Hartmut Schröter und Christian Göldenboog degustierten - wie immer blind - folgende vier Weine:

  • DE SAINT GALL BLANC DE BLANCS PREMIER CRU
  • DE MERIC BLANC DE BLANCS SOUS BOIS GRAND CRU
  • POMMERY BLANC DE BLANCS SUMMERTIME
  • A. R. LENOBLE GRAND CRU BLANC DE BLANCS

 

1.DE SAINT GALL BLANC DE BLANCS  PREMIER CRU
2. DE MERIC BLANC DE BLANCS SOUS BOIS GRANC CRU

Der Zufall hat es gewollt: Schon bei der ersten Serie stehen sich Stahltank und Holz im Glas gegenüber. De Saint Gall ist die Marke der Union Champagne, einer großen Genossenschaft in Avize, die vor allem über Grand-Cru und Premier-Cru-Lagen verfügt, insgesamt 1200 ha. De Meric ist ein kleines Haus in Ay, das zum Ausbau seiner Weine Eichenfässer verwendet. Dieser Blanc de Blancs stammt nur aus Grand-Cru-Trauben (Avize, Cramant, Oger) und ist eine Neuheit des Hauses, die einen ehemaligen Premier-Cru-Champagner ersetzt.

Zwei völlig unterschiedliche Typen sind hier offensichtlich im Glas: Während De Saint Gall mit einem satten Gelb brilliert, kommt De Meric deutlich blasser daher, eine erste Annäherung verrät bei De Saint Gall eine weinige Nase sowie Zitronen und weiße Früchte im Gaumen, während De Meric mit einer eher stechenden Nase und mit weißen Früchten im Gaumen aufwartet.

 Entscheiden aber: De Saint Gall präsentiert sich vornehm ruhig („Ein guter Start"), weich, für einen Tester schmelzig, dagegen ist De Meric unangenehm unruhig und nervös.

„Ich schmecke Holz", lautet ein Kommentar und dieser ist nicht unbedingt positiv zu verstehen. „Dieser Wein erscheint mir noch zu jung", vermeldet ein Tester, und so ist es wohl auch.

3. POMMERY BLANC DE BLANCS SUMMERTIME
4. A. R. LENOBLE GRAND CRU BLANC DE BLANCS

Und wieder Tank gegen Faß: Pommery Summertime ist ein Wein aus insgesamt zehn Chardonnay-Lagen, im Tank vergoren, Reifezeit im Keller mindestens drei Jahre, A. R. Lenoble, der sympathische Familienbetrieb in Damery, der von der dynamischen Anne Mallasagne zusammen mit ihrem Bruder Antoine geführt wird, produziert einen Blanc de Blancs aus den berühmten Chouilly-Trauben, die in kleinen Eichenfässern vinifiziert werden. Ein Aha-Ton geht durch den Raum, als der Pommery sich im Glas entwickelt: Weißdorn, Mandelaromen, mit Limonen und Zitrus, ein abgerundeter, ausbalancierter Wein; bei Lenoble dominieren die weißen Früchte, er ist schlanker als der Pommery, mit etwas mehr Biß, seine starke Säure ist aber nicht hundertprozentig mit der Frucht verbunden.

 Es werden wieder die ersten beiden Weine degustiert: Nochmals Diskussion über den Schmelzton von De Saint Gall, der einen Tester sehr irritiert, nochmals Erstaunen über die Unruhe von De Meric, die Feststellung, daß Pommery und De Saint Gall abgerundete, stimmige, ausbalancierte Weine sind.

Fazit: Pommery Summertime ist der eindeutige Gewinner, so möchte man einen Blanc de Blancs im Glas perlen sehen: frisch, fruchtig, elegant, durchkomponiert.

Der Vergleich Holzfaß gegen Stahltank hat eindeutige Sieger, und dies ist wirklich erstaunlich. „Die Holzgeschichte hat es in diesem Fall nicht gebracht", sagt ein Tester, und alle anderen stimmen zu.

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